Der tägliche Blog von Andreas Pöschek
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27. Dezember 2009

Zu Weihnachten ist bekannt und steht geschrieben, leuchtete ein heller Stern über Betlehem. Heute Nacht in Sallingberg war der Himmel hell erleuchtet mit dem Mond und einem Strahlenkranz. War man es bisher gewohnt Mondhöfe im kleinen Kreis rund um den Mond zu sehen, so war der Himmel heute nächtens mit einem überdimensional großem Lichthof – einer Aureole oder Korona – erhellt. Das Foto zeigt die Ausmaße in der Relation mit den kleinen Nachbarhäusern. Es sei angemerkt, der Lichtkreis ist kein Lichthof-Artefakt vom Objektiv oder von den Linsen, sondern eine Lichterscheinung durch Beugung des Mondlichts in den Wolken der Atmosphäre. Der Himmel in größerer Ansicht…

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25. Dezember 2009

Weihnachtsspaziergang SallingbergTrotz Eiseskälte wurde beim Weihnachtsspaziergang voller freude gehüpft und anschließend Zwetschken-Orangen-Punsch getrunken. Ein paar Eindrücke aus Sallingberg…

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23. Dezember 2009

Herr Neumann war einst ein Stammgast der Wiener Kaffeehäuser und hatte seine eigenen Wünsche bezüglich der Zubereitung seines Kaffees. Ein herkömlicher Einspänner (großer schwarzer Mokka mit Schlagobers (Schlagsahne)) war ihm nicht genehm, er verlangte den Kaffee gestürzt – sprich verkehrt serviert. Möchte man seinen Kaffee auf dieser Art genießen, so ist zuerst Schlagobers in ein Glas zu füllen und mit heißem Kaffee zu übergießen. Langsam hebt sich der im Glas befindliche Schlagobers, steigt über die zunehmende Menge Kaffee – wobei sie diesen melangebraun färbt – nach oben um das Kaffeeglas zu krönen. Der Unterschied zum gewöhnlichen Einspänner ist die Mischung des Mokka mit dem Schlagobers – der Kaffee wird braun – wobei beim Einspänner der Kaffee schwarz verbleibt. Den überstürzten Neumann trinkt man ohne umzurühren durch die Schlagobersschicht hindurch. Im Gegensatz zum Pharisäer wird kein Alkohol beigemengt.

So bereitet man den Überstürzten Neumann zu:

Im heutigen Kaffeehaus hört man meist entweder die Stimmenvielfalt der anderne Gäste oder ein Klavier. Zu Bachs Zeiten wurden auch Kantaten für Kaffeehäuser geschrieben und zu Werbezwecken gesungen, wie Johann Sebastian Bachs humorvolle Kaffeekantate aus dem Jahre 1732 zeigt:

Ei! wie schmeckt der Coffee süße,
Lieblicher als tausend Küsse,
Milder als Muskatenwein.
Coffee, Coffee muss ich haben,
Und wenn jemand mich will laben,
Ach, so schenkt mir Coffee ein!

Die Jungfern bleiben Coffeeschwestern.
Die Mutter liebt den Coffeebrauch,
Die Großmama trank solchen auch,
Wer will nun auf die Töchter lästern!

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19. Dezember 2009

Südbahnhof AbrisspartyNachdem der letzte Zug aus dem Südbahnhof bereits vor einer Woche abgefahren ist, schwung man heute zu fetten Beats auf dem bunt gefleckten Steinboden das Tanzbein. (Hier ein paar Bilder aus vergangenen Jahren) Auf zwei Floors wurde mit heißer Musik die kalte Nacht zum Glühen gebracht. Im alten Bahnhofsrestaurant gleich neben der Ostbahn sowie oben bei den Gleisen der Südbahn legten die DJs auf. Die große Halle bot Raum für Pausen zwischen den Floors. Der Andrang war groß, bereits zur um 21 Uhr zur Kassenöffnungszeit standen die Schlangen vor den original ÖBB-Schalter der Südbahnhofhalle und kauften sich eine „Fahrkarte“ ins musikalische Vergnügen. Als ich spät in der Nacht den Bahnhof verließ, waren noch immer Schlangen angestellt und wollten unter die rund 1.500 feiernde Menge ins Innere gelangen, die den Bahnhof bereits ordentlich einheizte. Ein einmaliges Flair zum Abschied des Südbahnhofes auf der Südplattform.  Ein paar Fotos von den Anfängen des Abends am Südbahnhof…

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12. Dezember 2009

Wien Südbahnhof letzter Tag 12.12.2009Heute ist der letzte Zug aus dem Wiener Südbahnhof um 23.50 Richtung Mürzzuschlag abgefahren und der letzte Zug aus Maribor kommend erreichte um 00.05 sein Ziel, den Südbahnhof zum letzten Mal. Der Südbahnhof sah schon schönere Tage als jene in den letzten Jahren, wo er sein Dasein mit dem Prädikat dem „schirchsten Bahnhofs Österreichs“ bis zu seiner Schließung heute fristete. (Ein paar Fotos von 2008 vor der Schließung) Der Bahnhofsbau war als große lichte Halle mit viel Stein vom Architekten Heinrich Hrdlicka 1955 gebaut. Von jenem Glanz aus dieser Zeit blieben nur mehr die großen roten Marmorplatten der Wandverkleidungen und die bunten Steinchen der Bodenbeläge. Im Kontrast dazu die silber-chromfarbigen gläsernen Türen und granitfärbigen Stufen, die den kommenden Fahrgast in Kaskaden vom Eingang in die Etagen des Ostbahnhofs und Südbahnhofs führen. Jene Stiegen wurden in den letzten zwanzig Jahren durch Förderbänder quer durch den großen Raum ergänzt und auch die Augen des Künstlers Kurt Hofstetter beobachteten jeden Passagier. Diese Änderungen und der gleichzeitige Verfall und Schmutz, der nie beseitigt (die Glasplatten und das Glasdach, welches man kaum mehr als solches erkannte) wurde oder nur durch Flickwerk (man beobachte die Bodenausbesserungen) führten dann zu dem was er die letzten Jahre war: Der schrichste Bahnhof Österreichs. Nur der Markuslöwe in der Halle erinnerte noch an die vergangene Zeiten, als die Züge aus Triest und Venedig kommend über die Südbahn und dem Semmering Wien erreichten. Der Südbahnhof war eine Kuriosität, wollte man mit ihm doch nach dem Krieg zwei Bahnhöfe – den Südbahnhof sowie den Ostbahnhof (Raaber Bahn) in ein Gebäude vereinen. Der Raum zwischen den zwei ursprünglichen Bahnhöfe bildete die neue große Halle, die jetzt abgerissen wird.

Heute war ich am Südbahnhof vor Ort als die großen Letter in der Front der Halle demontiert wurden – eine Fotoreportage von den Ereignissen am letzten Betriebstages des Südbahnhofes.

Weiter zu den Fotos…

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