Willkommen bei Fuchur
Das tägliche Blog von Andreas Pöschek

Archiv für das Thema ‘Kultur’

21   Feb

Anna F. Konzert im Porgy & BessViel hörte man von Anna F. bereits in den Medien, bei Werbesendungen für Banken und bei einem Auftritt in der Sendung Willkommen Österreich von Grissemann und Stermann. So war die Erwartung für viel “Music” gegeben – wie Christoph Huber bei der Laudatio zu ihrem ersten Konzert ihrer Life and For Real! Tournee im Wiener Porgy & Bess einleitete. Diesen Erwartungen wurde der Abend mehr als gerecht. Anna F. präsentierte ihr neues For Real! Album in einer breiten Facette – nie eintönig und immer erfrischend, wie die Songs aus den Instrumenten ihrer Band heraussprudelten und den Saal samt Publikum mit ihrer Stimme zum Beben brachte. Gerade die Mischung ihrer Begleitung aus vielen zum Teil klassischen und auch historischen Instrumenten machte das besondere Etwas, was sie von so manch anderen “elektronifizierten” Singer-Songwritern abhob. Sie erzählte während dem Konzert, dass man sich in letzter Minute dafür entschloss auch das Streicher-Trio auf Tour mitzunehmen – und diese Entscheidung war gut, denn zusammen mit Saxophon, Traversflöte und einer Drehleiher erlebte man mit ihrer Stimme eine breite Entfaltung der Lieder. Im Anschluß gab es eine Releaseparty. Eine Fotoreportage vom Anna F. Konzert im Porgy & Bess gibt es hier…



11   Jan

Avantgardistisch-postmoderner ChristbaumIn der heutigen Zeit geht es um die Konzentration auf das Wesentliche und Grundlegende – um den dekonstruvistisch beherrschenden Gedanken – dem Ausblenden unnötigen Beiwerks. So auch beim Projekt des avantgardistisch-postmodernen Christbaum. Der Baum wird auf das Wesentliche – seinem Stamm mit Ästen – reduziert. Als Christbaumschmuck werden nur dezente Akzente gesetzt, die durch die ungleiche Aufteilung zwischen Links und Rechts für eine gewisse Spannung beim Betrachter sorgen. Auf Kerzen wurde verzichtet, um den Blick nicht vom Schein abzulenken. Als netter Nebeneffekt passt jener avantgardistisch-postmoderner Christbaum auch in enge Wohnverhältnisse einer japanischen Singlewohnung und schützt präventiv vor grundlegenden Auseinandersetzungen innerhalb einer Familie über die Streitfrage: Heuer Kugeln oder Strohsterne?



19   Dec

Südbahnhof AbrisspartyNachdem der letzte Zug aus dem Südbahnhof bereits vor einer Woche abgefahren ist, schwung man heute zu fetten Beats auf dem bunt gefleckten Steinboden das Tanzbein. (Hier ein paar Bilder aus vergangenen Jahren) Auf zwei Floors wurde mit heißer Musik die kalte Nacht zum Glühen gebracht. Im alten Bahnhofsrestaurant gleich neben der Ostbahn sowie oben bei den Gleisen der Südbahn legten die DJs auf. Die große Halle bot Raum für Pausen zwischen den Floors. Der Andrang war groß, bereits zur um 21 Uhr zur Kassenöffnungszeit standen die Schlangen vor den original ÖBB-Schalter der Südbahnhofhalle und kauften sich eine “Fahrkarte” ins musikalische Vergnügen. Als ich spät in der Nacht den Bahnhof verließ, waren noch immer Schlangen angestellt und wollten unter die rund 1.500 feiernde Menge ins Innere gelangen, die den Bahnhof bereits ordentlich einheizte. Ein einmaliges Flair zum Abschied des Südbahnhofes auf der Südplattform.  Ein paar Fotos von den Anfängen des Abends am Südbahnhof…



03   Aug

Lucky TownMan spürte es in der Luft, den Regen und die Spannung, die die ganze Ebene rund um Petersvillage an jenem Abend bedeckte. Nicht unweit jenes Städtchens liegt Lucky Town, ein verruchter Ort, den man am liebsten nur einmal in der Woche besuchen möchte, denn jeder weiterer Besuch würde zu viel an Kraft entbehren. Die Einwohner jener Stadt sind sehr gastfreundlich und empfingen die Fremden aus Jewsvillage-Angelstreet mit großer Herzlichkeit, aber es kam trotzdem wie es kommen muss. Eine hastig eingeleitete Probe mit den Waffen zeigte die Unvorbereitetheit der Fremden gegenüber den angreifenden Regen und so blieb ihnen nur mehr die überstürzte Flucht in den Saloon, wo sie sich im Getümmel der Spieler, Trinker, Händler, Reisenden, Viehzüchter und Ganoven in Sicherheit fühlten. Gestärkt nach ein paar Whiskeys und gespritzte Feuerwasser konnten sie die monotonen Gesten der Tänzer nicht mehr ertragen und zogen durch eine versteckte blinde Geheimtüre in den Nebenraum des Saloons, wo die mächtigen Viehzüchter des Landstrichs um das Weideland feilschten. Selbst der Sheriff war hier ohne seiner Macht des Gesetzes, denn er musste seinen Revolver so wie alle anderen vor der Türe ablegen und fand nur mehr hinter der Bar einen Platz, wo er in seiner Funktion als Sheriff unbemerkt den Gästen Whiskey und andere Getränke servierte. Der Whiskey floss und die Zeit verging zum nächsten Morgen wie im Flug, als die Cowboys nach einer kurzen Fahrt mit der Postkutsche in einem Hotel ankamen. Ein Bildbericht über Lucky  Town und die Cowboys aus Jewsvillage-Angelstreet…



13   Jul

Mit neuer Teamzusammenstellung, aber mit alter Gewohnheit versammelten wir uns beim Gü in Judendorf-Straßengel bei Musik von Metallica, Pink Floyd und anderen Bands, um jenen Abend musikalisch mit dem Kappl ausklingen zu lassen. Wie jene Hutmode uns steht, sieht man auf den Fotos…



06   Jul

Marburg, MariborAm Samstag (4. Juli 2009) fuhren wir nach Marburg an der Drau in die Untersteiermark (heute Maribor, Spodnja Štajerska, Slowenien) für eine kleine Abwechslung von Judendorf-Straßengel. Dabei kam es uns jedoch zuerst so vor, als ob wir eher auf einem indischen Volksfest als in Slowenien gelandet zu sein, als über dem Platz vor dem Rathaus Gruppen mit großen Trommeln und anderen Instrumenten versteckt hinter buntbemalten Masken und Kopfschmuck musizierend zogen, gefolgt von anderen unterschiedlichen Gruppen aus aller Welt. Wir konnten in der knappen Zeit Volkstanzgruppen aus Slowenien selbst, der Türkei, Serbien, Frankreich, Spanien, Südamerika und der USA erkennen. Die Fotos hielten die Gruppen fest und zeigen das bunte Treiben…



05   Jul

Triest Piazza d Unita - Piazza GrandeAls Judendorf-Straßengel und die Steiermark von alttestamenttarischen Fluten wie zu Noahs Zeiten heimgesucht wurden und man den Sonnenschein vergeblich am Horizont suchte, traten wir in unserer Ache die Flucht nach vorne Richtung Süden an.

In Triest erwartete uns der erhoffte Sonnenschein und eine leichte Brise von der Adria am Piazza Grande mit dem Blick über den Hafen und die Mole. Wir saßen auf einer Bank am Ufer, links hinter uns das Gebäude des Triester Lloyd, rechts das Gebäude der Generali – alles noch an seinem Platz wie vor einundneunzig Jahren, als hier der Hafen noch Österreich-Ungarn bediente. Selbst Triest - Trst - Trieste - Venetien und Friauldie Buchhandlung am Bahnhof erinnert uns in der Auslage daran, wo Kaiser Franz Joseph neben Sisi, Rudolf, Otto und andere Habsburger mit literarischen Zeitreisen in die Vergangenheit versammelt sind. Was Triest und Wien noch heute verbindet ist nicht nur die Südbahn (leider gibt es keien Direktzüge, welch eine Schande!) und die Autobahn, sondern die Kaffeekultur.

Hier befindet sich mit dem Café Tomasseo das älteste Kaffeehaus des heutigen Italiens, das 1830 von Tomaso Marcato eröffnet wurde. Noch wenn man heute in diesem Kaffeehaus in Thonetstühlen bei gußeisernen Marmortischen sitzt wird man an Wiens Kaffeehäuser erinnert. Doch soviel hier an Wien erinnert, war jenes Cáfe einer der vielen Ausgangspunkte für die Trennung vom Habsburger Vielvölkerstaat und Wien. Um 1848 wurde das Kaffeehaus zum Treffpunkt der italienischen Risorgimentobewegung, die eine nationale Vereinigung Italiens zu einen Staat verfolgte. Jene Idee der nationalen Unabhängigkeit verfolgte auch zu dieser Zeit Lajos Kossuth in Ungarn, der vom Exil aus Giuseppe Garibaldi mit einer Ungarischen Legion an Kämpfern unterstützte. Ungarn unterstützten in Folge eine weitere Revolution in Italien und Triest – die Espressorevolution.

Café Tomasseo TriesteWurde Kaffee bis 1935 durch aufbrühen und aufgießen zubereitet, erfand der aus Temesvár stammende und in Budapest studierende sowie Wien lebende Ungar Ferenc Illy die mit heißem unter Druck stehendem Dampf funktionierende vollautomatische Espressomaschine. Der erste Weltkrieg brachte ihn zum Isonzo und in Folge nach Triest, wo er eine Triestinerin heiratete und 1933 ein führendes Handelsunternehmen für Kaffee und Kakao aufbaute. Als er 1956 starb übernahm sein Sohn Ernő Illy den Betrieb und führte ihn zum qualitativ weltmarktführenden Erzeuger von Espressokaffee. Selbst Segafredo wurde überflügelt. Heute befindet sich mit András Illy das Unternehmen noch immer in Familienbesitz. Illy KaffeeDas Geheimnis für seinen exzellenten weltbesten Kaffee begründet die eigene direkte Auswahl der Kaffeebohnenanbaugebiete und wurde erst unlängst bei unabhängigen Tests als geschmacklich und technisch weltbester Kaffee bestätigt.

Weiter zur Fotoreportage aus Triest…



26   Jun

Nagykanizsa állomás Kanizsa BahnhofDer Bahnhof von Nagykanizsa findet seine Erwähnung in einem bekannten ungarischen Lied: Megy a gőzös megy a gőzös Kanizsára, kanizsai, kanizsai állomásra, elöl ül a masiniszta, hátul meg a krumplifejű Kovács Pista, Tisza Pisza, masiniszta.
Zu Deutsch: Fährt die Dampflok, fährt die Dampflok auf nach Kanizsa. Nach Kanizsa, nach Kanizsa zum Bahnhof. Vorne sitzt der Maschinist, hinten der kartoffelköpfige Kovács Pista, Maschinist ist Tisza Pista.

Nagykanizsa ist als solches ein großer Umsteigebahnhof wie Selzthal oder Attnang-Puchheim – dort fährt man im Allgemeinen nicht hin, sondern steigt um. So sahen wir uns an jenem Tag diesen berühmten Bahnhof, der Eingang in die ungarische Liedkunst gefunden hat an. Mit Liedkunst hat auch der Bahnhof von Kecskemét zu tun, indem der berühmte ungarische Komponist Zoltán Kodály zur Welt kam. Dieser wurde jedoch in keinem Lied verewigt.



29   May

Griaß eichErster kurzer Besuch in Linz09. Während Graz im Jahr 2003 als Kulturhauptstadt in allen Medien nach ihrem Motto: Graz darf alles. Nur nicht unbemerkt bleiben. - in allen Medien überpräsent war und selbst in Wien mit dem Sujet„Willkommen in Wien, dem schönsten Vorort von Graz“ warb, so geht es Linz gemächlich und ruhig wie ein Donaudampfer an und bestätigt die Stereotypen über Linz wie dem der ewigen HLinz09 Kulturhauptstadt Europas 2009altestelle (Linz an der Tramway) durch die Ausstellung Nur durchgereist im Adalbert Stifter Haus, wo man Erlebnisse verschiedener Größen mit Linz nachgehen kann – wie zum Beispiel von Alfred Polgár, der meinte von Linz kenne er nur den Bahnhof und die Linzer Torte, oder Herzmanovsky-Orlando, der schrieb „Linz ist bloß eine sehr, sehr große Haltestelle“. Die Eröffnung der Pöstlingbergbahn mit ihren neuen modernen zeitgemäßen Wägen und der gezeigten Verbundenheit zur alten Tradition durch edel gestaltete Fahrzeuge mag diesen Eindruck der Durchfahrt und Haltestelle verstärken. Wenn man jedoch sich traut auch hinter die Kulissen zu blicken, so wird man feststellen, das auch Linz ein Programm der Vielfalt bietet, was langsam in Fahrt kommt – so auch Höhenrausch (siehe Foto) wo man Linz über den Dächern mit einem Riesenrad am Offenem Kulturhaus Oberösterreich erkunden kann. Ab Juni ist auch das neu renovierte Schloßmuseum ein Anziehungspunkt neben dem Lentos Museum am Donauufer gegenüber vom Ars Electronica Center, wo auf dem neuen Haus ein Café am Dach einen Blick über Linz und die Donau freigeben. Weitere Besuche folgen – bis dahin die erste Fotoreportage…



24   May

AC/DC Konzert in Wien am 24. Mai 2009AC/DC heizten am Sonntag ihre Lokomotive auf der Bühne im Ernst-Happel-Stadion in Wien auf Volldampf und rissen die rund 50.000 Fahrgäste in einen Höllenritt zu ihren Quellen des Rock. Angus Young und  Brian Johnson schürten mit gewaltigen Gitarrensolos und unverkennbarer Stimme das Feuer im Dampfkessel.  Die Fahrgäste waren begeistert und genossen die zweistündige Fahrt – so auch wir. Neben Stefan und mir saß ein Sportstar (Foto) des Rennrollstuhlsports: Thomas Geierspichler, mehrfacher Paralympicsgewinner. Zur Fotoreportage ….



09   May

András Schiff im Musikverein in WienSchiff András, wie ihm die Ungarn nennen spielte an jenem Abend Werke von Schumann und Beethoven. Als Draufgabe gab es drei Zugaben von Mendelssohn-Bartholdy und Schubert. Von Schubert waren es die Ungarischen Tänze, die aber nach Schiffs Meinung eher slowakische Tänze sind – ganz K. & K. wie er meinte – hier in Wien. Ein langes, aber geniales Konzert des Klaviervirtuosen. Würde ich hier ungarisch schreiben, so schriebe ich András Schiff klavierte – da es aber solche Verben im Deutschen nicht gibt, muss man sie mit umständlichen Substantiv-Verbkonstruktion ersetzen und langatmig formulieren: András Schiff spielte Klavier. Umständlich. Gut, dass die Musik überall über die Sprachen hinweg verstanden wird und seine Bedeutung hat. Am Papier auf paar Punkte reduziert kann sie jeder Musiker verstehen und als Stück gespielt jeder genießen. Ein paar Fotos vom Konzert und anschließend bei einem Treffen mit dem Maestro András Schiff…



07   May

Louie Austen im Café Leopold im Museumsquartier in WienDiesen Abend konnte man Louie Austen im Café Leopold im Museumsquartier MQ in Wien hören, als er von seinen neuen Projekten sprach und auch einige seiner Stücke zum Besten gab. Für Tanzstimmung war gesorgt. Tina und ich konnten uns endlich vom jahrelangen Fluch lösen und schafften ein Treffen bei Louie Austens Konzert, nachdem zig Versuche vorher scheiterten. Louie Austen im Café Leopold auf Fotos…



06   May

Alida und Jozsef im Café PrückelAlida und Jozsef kamen auf ihrer Reise von Prag und Budapest auch in Wien vorbei und besuchten mich für einen Tag. Was kann man in Wien anderes machen als in Kaffeehäuser gehen – und dann ins Prückel? Zuerst vielleicht noch Wiener Schnitzel essen und nocheinmal ins Kaffeehaus gehen. Ein Fotobericht…



17   Apr

Rotfront Emigrantski Raggamuffin KollektivNachdem ich Rotfront Emigrantski Raggamuffin mit Dorka Gryllus (bekannt aus dem Film Der Knochenmann) bereits in Berlin im Kaffee Burger erleben konnte freute es mich, dass das Kollektiv vor ihrem Auftritt im A38 in Budapest auch nach Wien in den Ost-Klub kamen. Sie brachten den Flair der Berliner Russendisko mit an die Donau mit ungarischen, russischen und deutschen Texten. Im Juni erscheint ihre erste CD in den läden – bis dahin kann man sich hier die Fotos anschauen oder sie bei einen ihrer kommenden Auftritte hören. Weiter zu den Fotos…



22   Mar

Gasometer Wien - Simmering mit Ville Verde und Fernheizwerk / Kraftwerk SimmeringNeue Einsichten und Ansichten von den Gasometern bekam ich diesen Sonntag, als für die Dreharbeiten für einen japanischen Werbespot ein Filmteam aus 30 Leuten mit viel großem Gerät die Gasometer einen Tag besuchten. Neben Aufnahmen in den Gasometern gab es auch schöne Aussichten aus der Ferne – vom Dach eines Gebäudes in näherer Umgebung. Jene Ansichten sind neu und bisher ungewohnt. Für 30 Sekunden wurden mehrere Tage in Wien gearbeitet – beim Gasometer selbst rund 3 Tage. Eine Fotoreportage zeigt jene Bilder und die Dreharbeiten…