Der tägliche Blog von Andreas Pöschek
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25. April 2014

Von der Ästhetik zum Funktionalismus

Bikás Park - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestDer Schritt Verkehr in den Untergrund zu verlegen und U-Bahnlinien durch Städte zu ziehen ging mit dem Anspruch schnelle Verkehrsverbindungen un-abhängig von bestehenden Straßen und Verkehr zu errichten einher. Ein rein zweckmäßiger Schritt, der keiner höheren Ordnung im Sinne der Ästhetik folg-te. Es stellt sich die Frage, ob nicht erst die Aufhebung der Unterordnung der Funktionalität von Architektur unter die Formensprache der Ästhetik im 18. Jahrhundert dies ermöglichte. Denn der Untergrund war bis dahin als verwerf-lich betrachtet worden. Erst die zunehmende Stadtbevölkerung und voran-schreitende Industrialisierung bereiteten den gesellschaftlichen Weg zum Funktionalismus und der Nutzung des Untergrundes.

Budapest als Vorreiter

Szent Gellért tér - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestBudapest war schon immer ein Pionier – andere würden meinen ein Erprobungsfeld – neuer Ideen. Wo in Wien in bieder-historischer Manier jede Form neuer Architektur und Technologie auf Ablehnung stieß, blühte in Ungarn der Jugendstil und die Sezession in großer Farb- und Formenpracht. Werner von Siemens versuchte als U-Bahnmiterfinder erster Stunde in Berlin aber auch in Wien mit einer neuen elektrisch betriebenen Untergrundbahn Fuß zu fassen, stieß aber in beiden Städten auf breite Ablehnung. In London gab es mit der Metropolitan Line den ersten Vorreiter für die U-Bahn um 1890 – einer noch mit Dampf betriebenen klassischen Eisenbahn in einem Röhrensystem. Ungarn hatte 1896 ein großes Jubiläum – die Landnahme – zu feiern. Dafür war nichts zu teuer und so wurde neben dem Heldenplatz mit dem Heldendenkmal der ungarischen Anführer und Könige (Hősök tere) eine eigene U-Bahnlinie vom Stadtzentrum unterhalb des neuen Andrássy Boulevards (Andrássy út) zu je-nem Denkmal errichtet: Die erste elektrisch betriebene U-Bahnlinie am europäischen Kontinent.

Die U-Bahn im politischen Stadtbild

Szent Gellért tér - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestU-Bahnlinien sind aufwendige Projekte, deren Herstellung durch die großen Baustellen für die ganze Stadtbevölkerung wahrnehmbar wird. Umleitungen, riesengroße Erdlöcher, Erdbewegungen und damit verbundene Umwege und Hindernisse plagen für eine lange Zeit die Einwohner der Stadt. Fragen zur Sinnhaftigkeit, budgetäre Debatten und politische Diskussionen begleiten ne-ben der Planung meist auch die Zeit danach. So werden U-Bahnlinien nicht nur in Budapest gerne zu Wahlzeiten medial groß in Szene gesetzt, eröffnet – ebenfalls in Wien ist dies regelmäßig bei jeder Netzerweiterung der Fall, wenn Bürgermeister neue Stationen einweihen. Es dauerte mehr als 20 Jahre bis aus dem Projektstadium über unzählige verschobene Fertigstellungstermine diesen März 2014 die neue U-Bahnlinie knapp vor den Parlamentswahlen eröffnet werden konnte. In den vergangenen Jahren stellte sich im öffentlichen Diskurs die Frage nach Zweckmäßigkeit, der optimalen Linienführung und Finanzier-barkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage Ungarns. Trotzdem wurde an dem Kurs der Errichtung der M4 festgehalten.

Doch was ist neu an der M4 im Gegensatz zu bisherigen U-Bahnbauten?

USzent Gellért tér - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in Budapest-Bahnsysteme – egal ob jenes aus Barcelona, Wien oder Paris reduzieren ihre Architektur auf die reine Funktionalität – die unterschiedlichen Orte verlieren ihren Ausdruck in Identität und werden zu einer großen Einheit – zu einem U-Bahnsystem. Die eigene Verortung wird erst durch das Verlassen des Systems an der Oberfläche möglich. Im Inneren des Systems können die Fahrgäste sich einzig und alleine an den Signifikanten – den Stationsschildern – orientieren.

U-Bahnsysteme als menschenfeindliche Un-Orte

Szent Gellért tér - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestDer ungarische Film KONTROLL aus dem Jahre 2003 von Antal Nimród versucht die U-Bahn mit ihrem Untergrund in mehreren verwobenen Erzählungen zu erfassen. Mehrere Typen Mensch begegnen sich innerhalb des Metrosystems und beeinflussen sich. Wenn wir die unterschiedlichen Handlungsverläufe des Filmes auf eine Aussage reduzieren, offenbart sich mit dem System U-Bahn ein Platz ohne Identität. Der Hauptdarsteller, ein Kontrolleur, verliert seinen Zugang zur Realität, da er neben seinem Beruf sein gesamtes Leben im U-Bahnnetz verbringt. Seit dem er Fahrscheine kontrolliert hat er die Unterwelt nicht mehr verlassen. Erst die Tochter eines U-Bahnfahrers schafft es ihn aus dem Untergrund zu befreien und führt ihn wie ein Engel über die Rolltreppe dem Licht und der Realität außerhalb der Tunnel entgegen.

Ausschnitt aus KONTROLL (deutschsprachig)

Vom Un-Ort zum Ort mit Identität

M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestBesuchen wir nun die neuen Stationen der Metrolinie M4, so werden wir sehen, dass keine Station der anderen gleicht. Jede Station hat ihre eigene Architektur und damit verbundene Aussage. Die Formen- und Materialsprache konstruiert eine Verbindung zur Oberfläche. Eine Station umgebender Stadtteil an der Oberfläche prägt sich im Ausdruck der Architektur im Untergrund aus. Die Station erhält eine Differenzierung des Raumes und eigene Identität. Bei mehreren Stationen schaffen großzügige Öffnungen lichtdurchflutete Tunnel, die wiederum eine Verbindung zwischen dem Untergrund und der Erdoberfläche herstellen. Sie erlauben so auch neben dem Raum, Zeit durch Lichtdifferenzierung wahrzunehmen.

Im Gegensatz zu Wien und anderen Städten wird die Formensprache der neuen Stationen der Metrolinie M4 nicht durch Konsum und profitorientierte „Verwirtschaftung“ zerstört. Es gibt keine Verkaufsflächen und die Werbeflächen beschränken sich auf ein nicht auffallendes Minimum. Wir erleben eine unbeworbene Nacktheit der Architektur.

Bikás Park - M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestDass Funktionalität und identitätsstiftende Architektur keinen Widerspruch darstellen sieht man auch in der Gestaltung der Zugangswege. Neben der Führung durch Tageslicht an die Oberfläche sind alle Wege großzügig und ausdifferenziert gestaltet. An- und Abreisende blockieren sich nicht gegenseitig und werden voneinander getrennt auf kürzesten Wegen zwischen Oberfläche und Einstiegsstelle geführt. Ein Weg ohne Barrieren muss nicht gesucht werden – man wird durch die Architektur barrierefrei geleitet. Redundante Aufzüge, niveaugleiche Einstiege ohne Spalt und Stufe zu den Zügen sind nur ein Teil davon.

M4-es Metró Budapesten / Metro M4 in BudapestDer hohen Grad an Ästhetik innerhalb eines Zweckbaues stößt bei vielen Fahrgästen auf Bewunderung. In vielen Stationen sind Reisende fotografierend im Untergrund unterwegs – begreifen die Materialien und diskutieren mit anderen Passagieren ihre Eindrücke. Es stellt sich die Frage, ob so ein subjektiv großes Maß an Ästhetik innerhalb eines Zweckbaues zulässig ist. Folgt hier die Ästhetik der Politik oder bleibt ihr die Autonomie? Gerade im Vergleich von U-Bahnstationen zeigt sich ein Extrem im Ausdruck von Größenwahn in Stalins U-Bahnstationen, den unterirdischen „Volkspalästen“ Moskaus. Doch kann man hier in Budapest von Größenwahn sprechen? Budapests neue U-Bahnstationen haben durch ihre eigene Architektur ihre Identität und ausdifferenzierte Formensprache. Wir erleben jedoch an keinem der Orte Größenwahn wo sich das Verhältnis zum Mensch verliert. Die vorhandene Architektur stiftet Identität und repräsentiert die Oberfläche, schafft aber keine Paläste.

>> Weiter zu den Fotografien der neuen U-Bahnlinie M4 aus Budapest…

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25. Mai 2013

Life Ball 2013 im Wiener Rathaus

Das Wiener Rathaus wurde mit dem Life Ball 2013 zu einer Nacht aus 1001 Nacht. Für einen Augenblick verwandelte sich das Machtzentrum mit Samt und Seide zu einem Palast aus dem Morgenland. Der Innenhof war mit Zelten und Brunnen gesäumt, die bei Wasserpfeifen zum Verweilen einluden. In den Sälen tummelten sich in feinem Brokat gekleidet Untertanen, Maharadscha und Sultane aus Ländern des Orients. Dazwischen gesellten sich Besucher aus fernen Kontinenten wie Michael Jackson aus der USA. Trotz dieser Menschenvielfalt kam es zu keiner babylonischen Sprachverwirrung. Ganz im Gegenteil: Man nutzte Ort und Zeit für ein gemeinsames Fest um gegen den Dschinn der Ausgrenzung, der Angst und Gewalt anzukämpfen. Einige der weltweiten Kämpferinnen und Kämpfer unterstützten den Ball durch ihren Besuch. Zu ihnen zählten Fergie, Melanie Griffith, Bill Clinton, Elton John, Adam Lambert, Greg Louganis, Aishwarya Rai Bachchan, Ban Ki-moon, Erwin Schrott und direkt aus dem Orient: Die Bezaubernde Jeannie (Barbara Eden)!

Ursprünglich wollten die charmante Elisa und ich nur die Zeremonie zur Eröffnung von der Tribüne verfolgen. Dann nahm das Glück und der Zufall seinen Lauf – oder hatte am Ende doch die Bezaubernde Jeannie für uns geblinzelt und einen Wunsch erfüllt? Auf skurrilem Wege bekamen wir zuerst eine Karte und nach kurzer Zeit eine weitere Karte.

Wir feierten das Leben im Palast bis in den Morgen nach dem Sonnenaufgang. Eine Nacht aus Tausendundeine Nacht ging vorüber.

Eine Fotoreportage aus dem Wiener Rathaus, dem orientalischen Palast des Life Ball 2013…

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11. März 2013

Frauenkirche und Kulturpalast in Dresden Berichte und Beschreibungen neigen dazu Dresden architektonisch auf die kürzlich wiederaufgebaute Frauenkirche und den Pomp der Semperoper zu reduzieren, die mit dem Neuaufbau des Stadtschlosses in Berlin am Alexanderplatz konkurrieren. Passend zum Diskurs finden wir Fotografien der beinahe vollständig zerbombten Stadt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kontrastiert durch Anekdoten des König Friedrich August II. von Sachsen mit seinem Pferd in Gold gerahmt. Wagen wir es uns aus der Debatte über die Neuerrichtung historisch verlorener Gebäude zu lösen. Versuchen wir viel mehr die Stadt über ihre Brüche in Zeit und Architektur wahrzunehmen.

Bereits bei der Ankunft am Dresdner Hauptbahnhof werden wir mit einem Raum aus Brüchen konfrontiert. Der alte Baubestand des Bahnhofs wurde seit seiner Zerstörung 1945 auf mehrfache Art umgebaut und in den vergangenen Jahren beinahe in den Ursprungszustand zurückgeführt. Folgen wir der Pragerstraße ins Stadtzentrum begegnenen uns Gebäude aus der sozialistischen Zeit des Arbeiterstaates DDR. Restlos auf Funktion und vorgegebene Zweckmäßigkeit reduzierte Wohnquartiere. Niemand wohnt gerne in so einem Haus, das in seiner betonierten Sterilität weder wohnlich noch menschlich wirkt.

Neben diesen Wohngebäuden säumt ein Einkaufszentrum den Weg, dessen inneren Werte heute vom Kapitalismus bestimmt werden. Im Stadtzentrum angelangt überbrückt die Architektur ideologische und historische Weiten. Klassizistische bis barocke Prachtbauten spiegeln sich in Glasfassaden aus der Ära des sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaates. Das vorhandene Ensemble wird laufend um alte Bauwerke neu ergänzt, die nach historischen Plänen wiederhergestellt werden.

Dresden. Eine moderne Stadt, die ihre alte Architektur neu errichtet. Einblicke in die Stadt Dresden gibt die Fotoreportage…

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10. März 2013

Berlin East Side Gallery Mauer mit Funkturm (Fernsehturm)Den Anfang einer Tour durch den Norden Deutschlands machte Berlin. Auch wenn man Berlin noch nicht zum „Hohen Norden“ zählen kann liegt die Stadt doch nördlicher als Wien und erinnerte mit den Schneemassen an sibirische Verhältnisse. Wo in Wien verschneite Gehsteige mit Salz freigepökelt werden türmen sich in Berlin die Schneemassen an jeder freien Stelle im Straßenbild und stellen manchmal größere Herausforderungen dar. Erste Stärkung gab es mit Waffeln im „Glücklich am Park“ am Akonaplatz in der Nähe der Kastanienallee. Nach etwas Überwindung schafft man dann auch den Weg vom Prenzlauer Berg (Akonaplatz) zur East Side Gallery. Diese ist eine Freiluftgalerie, die als Trägermaterial für die Malereien einen Streifen verbliebener Mauer aus der Zeit des Kalten Krieges verwendet. Nach dem Fall der Berliner Mauer bekam dieses verbleibende Mauerstück entlang der Spree eine künstlerische Gestaltung durch viele internationaler Künstler. Das Areal an beiden Seiten der Mauer ist an dieser Stelle heute noch leer und wartet auf einen großen Investor, der hier neue Gebäude errichten möchte. Dabei ist die East Side Gallery – das verbleibende historische Mauerstück jedoch im Weg und soll beseitigt werden. Die Untätigkeit der Politik die Mauer mit den Kunstwerken zu erhalten erzürnte die Bevölkerung und führte zu vielen Protestaktionen, die hoffentlich zu einem Fortbestand jener historisch-künstlerisch wertvollen Mauerteile führen. Sie sind ein Zeichen und zugleich ein Zeitzeuge für 28 Jahre Trennung einer Stadt in zwei Teile. Eine Fotoreportage von Berlin und der East Side Gallery…

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23. November 2012

21 Jahre nachdem der Westen und der Osten den Kalten Krieg überwunden hatte und Europa mithilfe der EU zu einem friedlichen Kontinent zusammenwuchs haben in Wien nach langer Vorarbeit West, Süd und Ost auf der Schiene zu einem Ort zusammengefunden. Alle großen Bahnverbindungen sind zu(g)künftig in einem Bahnhof vereint. Ein erster Lokalaugenschein am Hauptbahnhof während der Eröffnung der neuen Hochleistungsstrecke zwischen Wien und St. Pölten gab ein Bild von einem großzügig und barrierefrei gestalteten modernen Bahnhof. An vielen Ecken und Stellen wurde noch gebaut, trotzdem sah man bereits kleine wichtige Details wie redundant ausgeführte Aufzüge zu den Bahnsteigen um Ausfallsicher zu sein. Das auffällig gestaltete stromlinienförmige Dach mit seinen Flügeln überdeckt die breiten geräumigen Bahnsteige mit einer imposanten Architektur. Die Wände in den Geschoßen sind aus Natursteinen aus den Alpen gestaltet. Dank der netten Unterstützung eines begeisterten ÖBB Infra Mitarbeiters kann ich direkt vom Bahnhof berichten. Weiter zur Fotoreportage vom Hauptbahnhof in Wien…

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15. November 2012

Die Einladung zur Konferenz an die Andrássy Universität in Budapest gab mir die erste Möglichkeit mein Forschungsgebiet der Dissertation in Ungarn einem Fachpublikum zu präsentieren. Zwei Tage lang tagten Forscherinnen und Forscher aus ganz Europa mit ihren Dissertationsprojekten zu sehr unterschiedlichen Disziplinen im ehemaligen Palais Festetic. Die Tagung erlaubte mit einen Bogen mit historischem Bogen und europäischen Bezug interdisziplinär über Grenzen hinweg zu schlagen. Ein großes Lob sei den Veranstalterteam – unter anderem auch meiner Kollegin Era – gewidmet. Eine Fotoreportage von der Tagung und dem Programm…

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3. Oktober 2011

Tian'anmen Tor der Verbotenen Stadt in Beijing - PekingEin Rückblick zum Besuch in Beijing auf der Transsibreise im Oktober 2011: Kommunistische Auswüchse war ich bereits aus der Zeit des Ostblocks vor 1989 gewöhnt oder hatte zumindest eine Ahnung damit umzugehen. Auf jene Indoktrininerung und Ergebenheit der Bevölkerung gegenüber dem sozialistischen Machtsystem wie sie in Beijing zu unserem Besuch vorherrschte war ich im 21. Jahrhundert nicht eingestellt. Für die Benützung von stinknormalen Aufzügen österreichischer Bauart in Bahnhöfen benötigte man offizielle gestempelte Genehmigungen am Papier der Bahnhofsgeneraldirektion: Erinnerungen aus dem Zeichentrickfilm Asterix erobert Rom mit dem Passierschein A38 werden wach und zeigen, dass der Film nicht übertreibt. Der Paternosterführerschein an der Goethe Universität in Frankfurt/Main ist ein Klacks dagegen.

Um die chinesische Kultur trotzdem zu entdecken war es notwendig die breiten mit Menschenmassen vollgestopften Straßen zu verlassen und sich in die kleineren Wohnsiedlungen – Hutongs – zu begeben. Dort begegneten wir bei einem morgendlichen Spaziergang die Bevölkerung Beijings im Alltag – wie im Beihai-Park hinter der Verbotenen Stadt, den Menschen für ihre allmorgendlichen Qigong-Übungen nutzten. Eine Fotoreportage aus Beijing…

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29. September 2011

Der österreichische Botschafter Dr. Josef Müllner lud das österreichische Team der Abilympics Berufsweltmeisterschaften zu einem herzlichen Empfang in seine Residenz in Seoul. Wir nutzten die Gelegenheit um seiner Exzellenz von den Berufsweltmeisterschaften zu berichten – auch wenn wir damals noch nicht das freudige Ergebnis der zwei Silbermedaillienerfolge kannten. Dr. Müllner und seine Gattin zeichneten ein facettenreiches Bild über die koreanische Geschichte und vielseitigen Beziehungen zwischen Österreich und Südkorea auf. Eine Fotoreportage vom Empfang in der Residenz des Botschafters…

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22. Mai 2011

LifeBall 2011 am Wiener RathausplatzDer Rathausplatz wurde zu einer einmaligen Feier des Lebens in einer vielfältigen Form- und Farbenpracht als der LifeBall 2011 mit Pomp und Musik am Rathausplatz seinen Beginn fand.. Heuer stand die Eröffnung im Schatten des dunklen Jubiläums – 30 Jahre Entdeckung des AIDS/HI-Virus. Janet Jackson, Bill Clinton, Thomas Gottschalk und viele andere Stars sind für diese einzigartige Ballnacht angereist und wollten durch ihren Beitrag helfen. Die atemberaubende Show der Eröffnung wurde mit vielen Flügeln, Pferden und Pegasus gestaltet. So galoppierte auch eine Herde weißer Pferde den roten Teppich herein und mischte sich unter die Ballgäste. Eine Fotoreportage von der Eröffnung des LifeBalls 2011 am Rathausplatz aus erster Reihe…

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23. Februar 2011

Linz Gehsteig der ZukunftDie Linzer Gehsteige werden optimiert und beschleunigt. So wurde erst kürzlich eine schnelle Spur für junge Menschen und eine langsame Spur für alte Menschen errichtet. Langsame Personen mit Buckel oder Stock haben links zu gehen, flotte Personen mit Aktentasche und schnellen Schritten recht. Gehsteig der Zukunft nennt sich dies, wenn man der Aufschrift auf der Teststrecke Glauben schenkt. Diese strikte Trennung beabsichtigt laut Beschreibung den Fußgeherverkehr auf der hochfrequentierten Linzer Landstraße zu beschleunigen. In der Tat, man kommt schneller voran – ein System mit schneller und langsamer Spur, das auch vielleicht für Wiens Mariahilferstraße überlegenswert wäre? Zu bedenken sei aber: Es gibt auch Langsame junge Menschen und schnelle alte Menschen. Ein paar Fotos vom sogenannten Gehsteig der Zukunft (Teststrecke)…

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14. Februar 2011

Gasometer WienGing es nach den ursprünglichen Plänen vom Stadterweiterungsgebiet „Mehrwert Simmering“ würde man an dieser Stelle im Sommer in einem Schwimmteich Abkühlung finden und im Winter am Eis mit Schlittschuhen Runden drehen können. Ein Rundgang vor Ort zeigt uns aber, dass in den letzten zehn Jahren kaum etwas mehr aus den Plänen wurde. Verwaiste Gärten und leerstehende Häuser zwischen Schlachthausbahn, Hallergasse und Eyzinggasse geben ein besonderes Idyll neben den wenigen Neubauten jenseits der Schlachthausbahn. Der Schwimmteich wurde bereits vor seiner Errichtung trockengelegt, wenn es nach den neuen Plänen der Stadtentwicklung geht. Ein Spaziergang rund um die G’stettn mit einigen Ansichten…

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29. Oktober 2010

Letzte Woche besuchte Tobias Müller von Der Standard-Redaktion die Gasometer und führte ein Interview mit Herrn Schaller und mir über die Entwicklung der Gasometer durch. Dabei kam das einzigartige Wohngefühl in den vier ehemaligen Gasometern genauso zu Wort wie die missliche Entwicklung rund um die ehemaligen Industrieflächen rund um die Gasbehälter. Dort, wo heute Schwimmteich, Park und Allee liegen sollten verfallen heute menschenleere Häuser. Denn zur Realisierung all der Inhalte der Hochglanzprospekte mit denen man um Käufer der Wohnungen warb kam es nicht. Nachdem die Gasometer voll bezogen wurden starben langsam alle Projekte im Umfeld aus den ursprünglichen Plänen – der Schwimmteich „zog“ aus Simmering in die Seestadt nach Aspern. Ob er dort gebaut wird? Neue Akzente versucht die Mall durch Fachetablierung und neue Geschäfte, die bereits mit der Klangfarbe erste Erfolge zeigen. Weiter zum Interview und Artikel im Der Standard…

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12. Mai 2010

SimmeringDie Simmeringer Skyline hat sich innerhalb des letzten halben Jahres geändert. So fielen zwei der ehemals fünf Schlote des Kraftwerkes Simmerings dem Abbruch zum Opfer. Im Idyll der Gstettn zwischen Gasometer und dem Bezirk Simmering zeigt sich noch so anderer kleine Schlot, bevor dieser nach den Planungen der Stadterweiterung auch fallen soll. Denn hier, wo derzeit noch Fuchs und Hase zwischen Glashäusern der Gärtner und kleinen Häusern leben ist vieles geplant. Doch was, das ist sich die Stadtplanung selbst nicht mehr sicher. War es anfänglich ein Schwimmteich mit großem Park, so wurde es zu einer gemischt-bebauten Nutzung umgewidmet, den eine breite vierspurige Durchzugsstraße ziert. Kein einladender Ort zum Plantschen noch zum Wohnen – viele der neu hinzugezogenen Familien im Stadterweiterungsgebiet fühlen sich deshalb betrogen und geben ihren Protest in einer Bürgerinitiative kund. Doch bis diese neue „Gemüseautobahn“ Simmering gebaut wird, kann man Simmerings Skyline genießen… Foto größer…

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22. Februar 2010

Sender BisambergSchon lange ist die Mittelwelle (MW) für den Radioempfang in Mitteleuropa aus der Mode und man vertraut Übertragungsmedien mit weniger Störungseinflüssen wie der Ultrakurzwelle (UKW) und der Kurzwelle (KW) für die fernen Kontinente. Seit 1933 prägten Masten die Silhouette des Bisambergs, einem der Hausberge Wiens. Nach den Zerstörungen infolge des 2. Weltkrieges wurde 1959 das heute vertraute Sendemastpaar errichtet und funkte mit den bekannten 1476 kHz (Südmast 120 Meter Höhe) und 585 kHz (Nordmast 265 Meter Höhe) das Radioprogramm des ORF auf Mittelwelle. 1995 wurde der Sendebetrieb eingestellt. Bis 2008 fanden noch zeitweise Übertragungen für Nachbar in Not sowie Minderheitenprogramme des ORF auf Radio 1476 statt. Danach kehrte Funkstille ein. Bald für immer, denn am 24. Februar 2010 werden die beiden Sendemasten gesprengt und abgetragen. Nur das unter Denkmalschutz stehende Sendegebäude aus dem Jahr 1933 bleibt mit der Sendeanlage stehen und soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aber was ist ein Sender ohne Sendemast? In Ungarn wurde der aus dem selben Jahr stammende Lakihegyi adótorony (Sendeanlage Lakihegy) in der Nähe von Budapest unter Denkmalschutz gestellt und gilt mit seinen 314 Meter Höhe als höchster Sendemast Europas. Man wird sich an die neue Silhouette im Nordwesten Wiens gewöhnen müssen, wenn nur mehr am Kahlenberg der Sendeturm zu sehen ist und der Bisamberg unter den anderen senderlosen Bergen untergehen wird. Der heutige schöne Tag lud zu einem Ausflug ein, von dem eine Fotoreportage über die Sendemasten berichtet…

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13. Juni 2009

Gasteiner Ache Wasserfall in Bad GasteinBesucht man Bad Gastein, so assoziiert man meist damit eine Kur mit radonhaltigem Thermalwasser oder den Besuch im Heilstollen mit Radongasen – und auch das Skivergnügen auf der Schloßalm, im Naßfeld oder auf dem Stubnerkogel. Ein kurhaft-luftiger Nebeneffekt ist bei beiden Varianten genießbar: die positiven Ionen, die die Wasserfälle der Gasteiner Ache durch ihre Reibung an den Felsen hervorbringen. Die im Tal vermehrt vorkommenden negativen Ionen werden dadurch verdrängt und es entsteht ein gesundheitsförderliches „Ionenklima“.

Trotz jener positiven Bilanz breitet sich im Ortszentrum Bad Gasteins ein negatives Bild aus, der durch einen Streit geprägt ist: Viele der alten Villen und Prachtbauten wie das Badeschloß, das Postgebäude, das Hotel Straubinger und Haus Austria inklusive dem Kongresshaus wurden von Bauzäunen und Absperrungen durch ihren neuen Investor und Besitzer aus Wien umgeben. Die Geschäfte sind ausgezogen bzw. verschlossen und ein Teil des Ortes erinnert ein wenig an eine verlassene Westernstadt. So auch der Konflikt, der hier nicht mit Pistolen, sondern in der Politik ausgetragen wird: Die Ortschaft mit dem Bürgermeister steht dem neuen Immobilienbesitzer gegenüber, dessen momentane Absichten rund um die Gebäude nicht mit einem funktionierenden Ortszentrum übereinstimmen. Der Landeskonservator ist bedenklich gestimmt, denn nicht nur die Ortschaft, Bewohner und Gäste leiden unter dem verwaisten Zentrum, sondern auch die Gebäude selbst, die unter dem Leerstand immer desolater werden.

Ein Fotobericht vom tobend-brausenden Wasserfall der Gasteiner Ache in Bad Gastein und dem Ortszentrum…

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