Der tägliche Blog von Andreas Pöschek
Header image

11. März 2013

Dresden. Stadt der Brüche.

Posted by fuchur in Deutschland | Kultur | Länder & Reisen | Politik

Frauenkirche und Kulturpalast in Dresden Berichte und Beschreibungen neigen dazu Dresden architektonisch auf die kürzlich wiederaufgebaute Frauenkirche und den Pomp der Semperoper zu reduzieren, die mit dem Neuaufbau des Stadtschlosses in Berlin am Alexanderplatz konkurrieren. Passend zum Diskurs finden wir Fotografien der beinahe vollständig zerbombten Stadt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges kontrastiert durch Anekdoten des König Friedrich August II. von Sachsen mit seinem Pferd in Gold gerahmt. Wagen wir es uns aus der Debatte über die Neuerrichtung historisch verlorener Gebäude zu lösen. Versuchen wir viel mehr die Stadt über ihre Brüche in Zeit und Architektur wahrzunehmen.

Bereits bei der Ankunft am Dresdner Hauptbahnhof werden wir mit einem Raum aus Brüchen konfrontiert. Der alte Baubestand des Bahnhofs wurde seit seiner Zerstörung 1945 auf mehrfache Art umgebaut und in den vergangenen Jahren beinahe in den Ursprungszustand zurückgeführt. Folgen wir der Pragerstraße ins Stadtzentrum begegnenen uns Gebäude aus der sozialistischen Zeit des Arbeiterstaates DDR. Restlos auf Funktion und vorgegebene Zweckmäßigkeit reduzierte Wohnquartiere. Niemand wohnt gerne in so einem Haus, das in seiner betonierten Sterilität weder wohnlich noch menschlich wirkt.

Neben diesen Wohngebäuden säumt ein Einkaufszentrum den Weg, dessen inneren Werte heute vom Kapitalismus bestimmt werden. Im Stadtzentrum angelangt überbrückt die Architektur ideologische und historische Weiten. Klassizistische bis barocke Prachtbauten spiegeln sich in Glasfassaden aus der Ära des sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaates. Das vorhandene Ensemble wird laufend um alte Bauwerke neu ergänzt, die nach historischen Plänen wiederhergestellt werden.

Dresden. Eine moderne Stadt, die ihre alte Architektur neu errichtet. Einblicke in die Stadt Dresden gibt die Fotoreportage…

Post to Twitter Post to Facebook

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 You can leave a response, or trackback.

Leave a Reply