Neue bisher unbekannte Welten taten sich auf, als man die altbekannten Liedern der Band AiR in der Wiener Staatsoper lauschte. Auf den ersten Blick ein Widerspruch würde man meinen. Aber dem war nicht der Fall, denn mir und vielen anderen im Publikum war AiR nur von der Konserve zuhause bekannt und nicht als großes Bühnenstück auf den Brettern der Oper. Wo sonst Siegfried oder Carmen ihre Arien singen führten die zwei Bandleader ihre Gesamtkomposition aus Musik, Licht und vielen Farben auf. Das Publikum saß gebannt in ihren Stühlen – wippte bis kippte zum Teil mit oder folgte mit geschlossenen Augen den Rhythmen der Musik. Die Stimmung mit dem Licht, der Musik und der Atmosphäre der Oper erinnerte ein wenig an die Clubbings in den Sofiensäle – mit dem Unterschied, dass das Publikum diesesmal auf Sitzplätzen saß. Für all jene, die die Sofiensäle nur mehr aus Legenden kennen: Ein über 100 Jahre alter Tanzsaal, der bis 2001 für Clubbings und Musikveranstaltungen genutzt wurde – dann aber einem Brand zum Opfer fiel und seitdem als Brandruine verfällt. Die Stimmung in diesem Sofiensaal war so einzigartig wie auch die Musiker, die dort auftraten – war es einst die Johann Straußdynastie mit ihren Walzern, spielten im 21. Jahrhundert die angesagten DJ-s und Bands. Nun aber zurück in die Staatsoper: Während die anderen Zuschauer in ihren Stühlen saßen hatte ich dank meines eigenen mitgebrachten Gefährts einmal einen Vorteil: Ich konnte frei zu den Rhythmen shaken… Ein Fotobericht aus der Oper von AiR…
Video live aus der Staatsoper vom Konzert bei einem etwas ruhigen Lied:
Jetzt berichte ich bereits vom dritten Klassentreffen dieses Jahr – nein, ich bin nicht in der Schule durchgeflogen – viel mehr haben alle besuchten Schultypen (VS, HTL,… ) dieses Jahr ein Bedürfnis nach einem Klassentreffen. Diesesmal war meine Volksschulklasse von St. Elisabeth dran. Wegen Fußball-WM und anderer Verpflichtungen hielt sich die Teilnahmeranzahl in Grenzen – dafür hatte man bessere Gelegenheit ausführlich mit den ehemaligen Schulkollegen – die man zum Teil über 20 Jahre nicht gesehen hat – zu plaudern. Ein paar Fotos vom Klassentreffen…
Bei dieser großen Hitze wird in Wien jeder kleine grüne Fleck’ in der Stadt ausgenutzt um zu relaxen und in der Sonne oder unter einem schattigen Baum den beginnenden Sommer zu genießen. Ein paar Eindrücke vom Burggarten und architektonischen Details aus der Stadt… Zu den Fotos…
Obwohl heute ein ganz normaler Arbeitstag begegnete ich vielen hoch zu Ross im Prater, als ich mit dem Handbike den ersten “Ausritt” der Saison wagte. Ob mit Traber-Wagerl, Kutsche, Leiterwagen oder im Sattel – es war viel Verkehr auf der Prater Hauptallee unter den Einhufern. Die Tour führte vom Gasometer quer durch die Gärtnereien der Simmeringer Haide nach Kaiserebersdorf und den Albernen Hafen. Anschließend ein Stück Retour und den Donaukanal zum Freudenauer Hafen überquert – von da an durch den Prater zum Praterstern (Riesenrad) und wieder zurück über die Belvedeereallee zum Gaswerksteg und Gasometer – insgesamt 32 km. Ein paar Fotos aus dem Prater…
Der Stephansdom war zur Langen Nacht der Kirchen am 28. Mai 2010 stockfinster, aber doch erleuchtet. Eine Lichtinstallation aus Laser-Projektionen und fiel auf den in Weihrauchschwaden gehüllten Raum und die sandsteinernen Mauern. Wie Säulen ragten die Lichtprojektionen in das Gewölbe der einzelnen Schiffe des Domes. Eine Fotoreportage von der Lichtinstallation im Stephansdom…
Thievery Corporation war heute in den Gasometern in Wien zu Gast und vertrieben den Dauerregen musikalisch! In einem über drei Stunden dauernden Konzert boten sie ihre breite Palette von Indien, Asien über Arabien bishin zu Südamerika. Mit jedem Lied wechselte die Sängerin oder der Sänger, was die Vielfalt an musikalischer Darbietung steigerte. Ein paar Fotografien fangen die Stimmungen und wechselnde Formation von Thievery Corporation auf der Bühne ein. Weiter zu den Fotos…
Der Frühling ist endlich richtig da und ich tausche den Lesesaal der Nationalbibliothek gegen einen Spaziergang durch Wien. Dabei zeigten sich viele Bäume in dekorativem Blütenkleid – so auch vor dem Rathaus – nicht weit von der Uni Wien. Großes Foto mit Details…
Schon lange ist die Mittelwelle (MW) für den Radioempfang in Mitteleuropa aus der Mode und man vertraut Übertragungsmedien mit weniger Störungseinflüssen wie der Ultrakurzwelle (UKW) und der Kurzwelle (KW) für die fernen Kontinente. Seit 1933 prägten Masten die Silhouette des Bisambergs, einem der Hausberge Wiens. Nach den Zerstörungen infolge des 2. Weltkrieges wurde 1959 das heute vertraute Sendemastpaar errichtet und funkte mit den bekannten 1476 kHz (Südmast 120 Meter Höhe) und 585 kHz (Nordmast 265 Meter Höhe) das Radioprogramm des ORF auf Mittelwelle. 1995 wurde der Sendebetrieb eingestellt. Bis 2008 fanden noch zeitweise Übertragungen für Nachbar in Not sowie Minderheitenprogramme des ORF auf Radio 1476 statt. Danach kehrte Funkstille ein. Bald für immer, denn am 24. Februar 2010 werden die beiden Sendemasten gesprengt und abgetragen. Nur das unter Denkmalschutz stehende Sendegebäude aus dem Jahr 1933 bleibt mit der Sendeanlage stehen und soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Aber was ist ein Sender ohne Sendemast? In Ungarn wurde der aus dem selben Jahr stammende Lakihegyi adótorony (Sendeanlage Lakihegy) in der Nähe von Budapest unter Denkmalschutz gestellt und gilt mit seinen 314 Meter Höhe als höchster Sendemast Europas. Man wird sich an die neue Silhouette im Nordwesten Wiens gewöhnen müssen, wenn nur mehr am Kahlenberg der Sendeturm zu sehen ist und der Bisamberg unter den anderen senderlosen Bergen untergehen wird. Der heutige schöne Tag lud zu einem Ausflug ein, von dem eine Fotoreportage über die Sendemasten berichtet…
Viel hörte man von Anna F. bereits in den Medien, bei Werbesendungen für Banken und bei einem Auftritt in der Sendung Willkommen Österreich von Grissemann und Stermann. So war die Erwartung für viel “Music” gegeben – wie Christoph Huber bei der Laudatio zu ihrem ersten Konzert ihrer Life and For Real! Tournee im Wiener Porgy & Bess einleitete. Diesen Erwartungen wurde der Abend mehr als gerecht. Anna F. präsentierte ihr neues For Real! Album in einer breiten Facette – nie eintönig und immer erfrischend, wie die Songs aus den Instrumenten ihrer Band heraussprudelten und den Saal samt Publikum mit ihrer Stimme zum Beben brachte. Gerade die Mischung ihrer Begleitung aus vielen zum Teil klassischen und auch historischen Instrumenten machte das besondere Etwas, was sie von so manch anderen “elektronifizierten” Singer-Songwritern abhob. Sie erzählte während dem Konzert, dass man sich in letzter Minute dafür entschloss auch das Streicher-Trio auf Tour mitzunehmen – und diese Entscheidung war gut, denn zusammen mit Saxophon, Traversflöte und einer Drehleiher erlebte man mit ihrer Stimme eine breite Entfaltung der Lieder. Im Anschluß gab es eine Releaseparty. Eine Fotoreportage vom Anna F. Konzert im Porgy & Bess gibt es hier…
Herr Neumann war einst ein Stammgast der Wiener Kaffeehäuser und hatte seine eigenen Wünsche bezüglich der Zubereitung seines Kaffees. Ein herkömlicher Einspänner (großer schwarzer Mokka mit Schlagobers (Schlagsahne)) war ihm nicht genehm, er verlangte den Kaffee gestürzt – sprich verkehrt serviert. Möchte man seinen Kaffee auf dieser Art genießen, so ist zuerst Schlagobers in ein Glas zu füllen und mit heißem Kaffee zu übergießen. Langsam hebt sich der im Glas befindliche Schlagobers, steigt über die zunehmende Menge Kaffee – wobei sie diesen melangebraun färbt – nach oben um das Kaffeeglas zu krönen. Der Unterschied zum gewöhnlichen Einspänner ist die Mischung des Mokka mit dem Schlagobers – der Kaffee wird braun – wobei beim Einspänner der Kaffee schwarz verbleibt. Den überstürzten Neumann trinkt man ohne umzurühren durch die Schlagobersschicht hindurch. Im Gegensatz zum Pharisäer wird kein Alkohol beigemengt.
So bereitet man den Überstürzten Neumann zu:
Im heutigen Kaffeehaus hört man meist entweder die Stimmenvielfalt der anderne Gäste oder ein Klavier. Zu Bachs Zeiten wurden auch Kantaten für Kaffeehäuser geschrieben und zu Werbezwecken gesungen, wie Johann Sebastian Bachs humorvolle Kaffeekantate aus dem Jahre 1732 zeigt:
Ei! wie schmeckt der Coffee süße,
Lieblicher als tausend Küsse,
Milder als Muskatenwein.
Coffee, Coffee muss ich haben,
Und wenn jemand mich will laben,
Ach, so schenkt mir Coffee ein!
…
Die Jungfern bleiben Coffeeschwestern.
Die Mutter liebt den Coffeebrauch,
Die Großmama trank solchen auch,
Wer will nun auf die Töchter lästern!
Nachdem der letzte Zug aus dem Südbahnhof bereits vor einer Woche abgefahren ist, schwung man heute zu fetten Beats auf dem bunt gefleckten Steinboden das Tanzbein. (Hier ein paar Bilder aus vergangenen Jahren) Auf zwei Floors wurde mit heißer Musik die kalte Nacht zum Glühen gebracht. Im alten Bahnhofsrestaurant gleich neben der Ostbahn sowie oben bei den Gleisen der Südbahn legten die DJs auf. Die große Halle bot Raum für Pausen zwischen den Floors. Der Andrang war groß, bereits zur um 21 Uhr zur Kassenöffnungszeit standen die Schlangen vor den original ÖBB-Schalter der Südbahnhofhalle und kauften sich eine “Fahrkarte” ins musikalische Vergnügen. Als ich spät in der Nacht den Bahnhof verließ, waren noch immer Schlangen angestellt und wollten unter die rund 1.500 feiernde Menge ins Innere gelangen, die den Bahnhof bereits ordentlich einheizte. Ein einmaliges Flair zum Abschied des Südbahnhofes auf der Südplattform. Ein paar Fotos von den Anfängen des Abends am Südbahnhof…
Heute ist der letzte Zug aus dem Wiener Südbahnhof um 23.50 Richtung Mürzzuschlag abgefahren und der letzte Zug aus Maribor kommend erreichte um 00.05 sein Ziel, den Südbahnhof zum letzten Mal. Der Südbahnhof sah schon schönere Tage als jene in den letzten Jahren, wo er sein Dasein mit dem Prädikat dem “schirchsten Bahnhofs Österreichs” bis zu seiner Schließung heute fristete. (Ein paar Fotos von 2008 vor der Schließung) Der Bahnhofsbau war als große lichte Halle mit viel Stein vom Architekten Heinrich Hrdlicka 1955 gebaut. Von jenem Glanz aus dieser Zeit blieben nur mehr die großen roten Marmorplatten der Wandverkleidungen und die bunten Steinchen der Bodenbeläge. Im Kontrast dazu die silber-chromfarbigen gläsernen Türen und granitfärbigen Stufen, die den kommenden Fahrgast in Kaskaden vom Eingang in die Etagen des Ostbahnhofs und Südbahnhofs führen. Jene Stiegen wurden in den letzten zwanzig Jahren durch Förderbänder quer durch den großen Raum ergänzt und auch die Augen des Künstlers Kurt Hofstetter beobachteten jeden Passagier. Diese Änderungen und der gleichzeitige Verfall und Schmutz, der nie beseitigt (die Glasplatten und das Glasdach, welches man kaum mehr als solches erkannte) wurde oder nur durch Flickwerk (man beobachte die Bodenausbesserungen) führten dann zu dem was er die letzten Jahre war: Der schrichste Bahnhof Österreichs. Nur der Markuslöwe in der Halle erinnerte noch an die vergangene Zeiten, als die Züge aus Triest und Venedig kommend über die Südbahn und dem Semmering Wien erreichten. Der Südbahnhof war eine Kuriosität, wollte man mit ihm doch nach dem Krieg zwei Bahnhöfe – den Südbahnhof sowie den Ostbahnhof (Raaber Bahn) in ein Gebäude vereinen. Der Raum zwischen den zwei ursprünglichen Bahnhöfe bildete die neue große Halle, die jetzt abgerissen wird.
Heute war ich am Südbahnhof vor Ort als die großen Letter in der Front der Halle demontiert wurden – eine Fotoreportage von den Ereignissen am letzten Betriebstages des Südbahnhofes.
Als Judendorf-Straßengel und die Steiermark von alttestamenttarischen Fluten wie zu Noahs Zeiten heimgesucht wurden und man den Sonnenschein vergeblich am Horizont suchte, traten wir in unserer Ache die Flucht nach vorne Richtung Süden an.
In Triest erwartete uns der erhoffte Sonnenschein und eine leichte Brise von der Adria am Piazza Grande mit dem Blick über den Hafen und die Mole. Wir saßen auf einer Bank am Ufer, links hinter uns das Gebäude des Triester Lloyd, rechts das Gebäude der Generali – alles noch an seinem Platz wie vor einundneunzig Jahren, als hier der Hafen noch Österreich-Ungarn bediente. Selbst die Buchhandlung am Bahnhof erinnert uns in der Auslage daran, wo Kaiser Franz Joseph neben Sisi, Rudolf, Otto und andere Habsburger mit literarischen Zeitreisen in die Vergangenheit versammelt sind. Was Triest und Wien noch heute verbindet ist nicht nur die Südbahn (leider gibt es keien Direktzüge, welch eine Schande!) und die Autobahn, sondern die Kaffeekultur.
Hier befindet sich mit dem Café Tomasseo das älteste Kaffeehaus des heutigen Italiens, das 1830 von Tomaso Marcato eröffnet wurde. Noch wenn man heute in diesem Kaffeehaus in Thonetstühlen bei gußeisernen Marmortischen sitzt wird man an Wiens Kaffeehäuser erinnert. Doch soviel hier an Wien erinnert, war jenes Cáfe einer der vielen Ausgangspunkte für die Trennung vom Habsburger Vielvölkerstaat und Wien. Um 1848 wurde das Kaffeehaus zum Treffpunkt der italienischen Risorgimentobewegung, die eine nationale Vereinigung Italiens zu einen Staat verfolgte. Jene Idee der nationalen Unabhängigkeit verfolgte auch zu dieser Zeit Lajos Kossuth in Ungarn, der vom Exil aus Giuseppe Garibaldi mit einer Ungarischen Legion an Kämpfern unterstützte. Ungarn unterstützten in Folge eine weitere Revolution in Italien und Triest – die Espressorevolution.
Wurde Kaffee bis 1935 durch aufbrühen und aufgießen zubereitet, erfand der aus Temesvár stammende und in Budapest studierende sowie Wien lebende Ungar Ferenc Illy die mit heißem unter Druck stehendem Dampf funktionierende vollautomatische Espressomaschine. Der erste Weltkrieg brachte ihn zum Isonzo und in Folge nach Triest, wo er eine Triestinerin heiratete und 1933 ein führendes Handelsunternehmen für Kaffee und Kakao aufbaute. Als er 1956 starb übernahm sein Sohn Ernő Illy den Betrieb und führte ihn zum qualitativ weltmarktführenden Erzeuger von Espressokaffee. Selbst Segafredo wurde überflügelt. Heute befindet sich mit András Illy das Unternehmen noch immer in Familienbesitz. Das Geheimnis für seinen exzellenten weltbesten Kaffee begründet die eigene direkte Auswahl der Kaffeebohnenanbaugebiete und wurde erst unlängst bei unabhängigen Tests als geschmacklich und technisch weltbester Kaffee bestätigt.
Anikó und Lisa, bekannt vom Studium an der Universität Debrecen (2006) , kamen mit ihren Hamburger und Australischen Freunden auf einen Besuch nach Wien und verbrachten hier drei Tage Vollprogramm. Neben dem Vergnügen im Museumsquartier und dem Treiben am Naschmarkt gab es kulturelle Besuche im Schloß Belvedere und Schönbrunn samt Aufstieg zur Gloriette. Moderne Kunst bot die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Müllverbrennung (Fernheizwerk) in der Spittelau. Ein paar Fotos von Hamburg meets Vienna…
Nachdem AC/DC mit ihrem Konzert Wien bereisten, kam auch hoher Besuch aus Tirol nach Wien, um hier ein Gipfeltreffen am Kahlenberg (484 m) abzuhalten. Die weiteren Konferenzen zogen sich über den ganzen Nachmittag und Abend – vom Stadtpark bishin zum Schweizerhaus im Prater. Die Debatten waren von Schnitzeln, Sachertorten, Cremeschnitten sowie einer Stelze bei Budweiser in mehrere Etappen geteilt. Fotobericht vom Tag…